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0105 Topografie des Terrors
Berlin 2005, b&k+ Arno Brandlhuber & Markus Emde, Martin Kraushaar + Büro für Konstruktivismus; Marc Frohn
Der Wettbewerbsbeitrag für das Dokumentationszentrum auf dem ehemaligen Gelände der Gestapo, der SS und des Reichssicherheitshauptamts bildet den Beginn der Auseinandersetzung von Brandlhuber+ mit Berlin. Das stadtentwicklungspolitische Engagement des Büros, das sich in den letzten Jahren herausgebildet hat, begann hier noch als Versuch einer abstrakten historischen „Spurensicherung“. Der Beitrag stellt gewissermaßen die in der Ära des Senatsbaudirektors Hans Stimmann vorherrschende Debatte um die „Kritische Rekonstruktion“, die im Grunde die Wiederherstellung eines (Stadt-)Bildes verfolgte, vom Kopf auf die Füße: Ein Abgleich der ehemaligen Raumzuschnitte mit dem geforderten Raumprogramm brachte viele überraschende Übereinstimmungen zutage. Das daraus abgeleitete Entwurfskonzept, diejenigen historischen Räume in ihren Kubaturen zu „rekonstruieren“, die dem Wettbewerbsprogramm entsprechen, zielt auf eine tatsächlich kritische Rekonstruktion, die den funktionalen Raumzusammenhang des Verwaltungsapparats der NS-Täter sichtbar macht.
(Text: Anh-Linh Ngo & Achim Reese >>>)