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0123 Dritte Natur
Berlin, 2009, Brandlhuber+ Emde, Burlon; Florian Thein
Für die privaten Auftraggeber, die auch in Berlin-Mitte nicht auf die Qualitäten einer vorstädtischen Villa verzichten wollten, wurde ein Penthouse als „Innen-/Außenraumhybrid“ geplant. Ein Dachgarten, der sich in die Wohnung hineinzieht, wird als „dritte Natur“ erlebt: ein Verweis auf das Beschreibungsmodell, das der italienische Humanist Jacopo Bonfadio im 16. Jahrhundert für die künstliche Umwelt des Gartens entwickelte. Brandlhubers Versuche, Architektur und „künstliche Natur“ zu verknüpfen, werden auch in früheren Entwürfen wie dem „Büropark“ – wörtlich verstanden als Synthese von Büro und Park (0039 Flora_n, Köln, 1999) – und in der Installation In Vitro Landscape deutlich, in der die Architektur der Weißenhofsiedlung um eine künstliche Natur ergänzt wurde (0042, Stuttgart, 1999). Mit diesem Projekt wird das Thema um einen architektonischen Maßstab erweitert.

(Text: Anh-Linh-Ngo & Achim Reese)