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0133 Kunsthalle Gesundbrunnen
Berlin, 2010, Brandlhuber + Emde, Hönig, Burlon; Elsa Beniada, Cornelia Müller

Der Plan des Berliner Senats, nach dem Abbruch der Temporären Kunsthalle auf dem Schlossplatz einen dauerhaften Ausstellungsort für junge Kunst am Humboldthafen zu schaffen und zugleich die Entwicklung und Vermarktung des zukünftigen Lehrter-Stadtquartiers zu fördern, wurde angesichts der angespannten Haushaltssituation aufgegeben. Stattdessen wurde im Vorfeld der Abgeordnetenhauswahl 2011 anlässlich einer „Leistungsschau“ der Berliner Kunstszene ein Wettbewerb für eine temporäre Ausstellungshalle an diesem Standort ausgeschrieben.

Brandlhuber+ schlugen vor, das vorgesehene Budget nicht für eine weitere temporäre Lösung zu verschwenden, sondern für den Ausbau einer im öffentlichen Besitz befindlichen Investorenruine auf dem ehemaligen Gelände des Vereinsheims von Hertha BSC in Berlin-Wedding als dauerhaften Ausstellungsort einzusetzen. Die vorhandenen Räume, die mit geringen Investitionen nutzbar gemacht werden könnten, gehören zu einem geplanten Sporthotel, dessen unterirdischer Rohbau seit der Insolvenz des Bauherrn brachlag. Um den Betrieb der Kunsthalle zu finanzieren, sollte das Grundstück entwickelt und weitere Nutzungen wie Wohnen, Ateliers und Gewerbe angesiedelt werden. Kurz nach Einreichung des Vorschlags gab die Stadt bekannt, dass das Gelände an einen Investor verkauft wurde. Der Ausverkauf öffentlichen Eigentums ging unverdrossen weiter.

(Text: Anh-Linh Ngo & Achim Reese)