<< index
0185 Neue Neue: Museum of the 20th Century and its urban integration
aB+dVVT brandlhuber+ architecten de vylder vinck taillieu bvba / Denis Dujardin; Thomas Burlon, Matteo Corbellini, Marta Dyachenko, Markus Emde, Olaf Grawert, Maria Hudl, Max Kesteloot, Theresa Kraus, Alessandra Pelizzari, Pia Prantl, Wolfram Winter
perlen für die säue
Hier gibt es heute in Wahrheit keine Stadt. Keinen Kontext. Trotz aller möglichen herausragenden Beispiele von Architektur. Trotz aller möglichen verschiedenen aber meist kulturellen Ambitionen. Alles steht für sich und nur für sich.

nicht nur ein museum
Wenn das neue Museum nicht mehr oder weniger ist als die anderen rundherum, wird es wie Perlen für die Säue bleiben. Das neue Museum sollte nicht nur das neue Museum oder das neue Museum in dieser Art sein. Es sollte zum Kontext werden – Kontext, der versehentlich nie dort war. Dieses Museum erstreckt sich mit seinen Dächern zum Kontext. Nur das. Und das ist genug. Sich ausstrecken in Richtung Mies. Sich ausstrecken in Richtung Scharoun. 

endlich ein kontext
der sich zur stadt hin ausstreckt
aber eine stadt
Dieses Museum ist bereits eine Stadt mit seinem Verlauf der Räume. Aber dieses Museum bildet außerdem eine Stadt mit seinen sich ausstreckenden Auskragungen. Das Musseum füllt das Grundstück exakt. Und sein Dach definiert exakt einen Kontext. In beide Richtungen bedeckt es den öffentlichen Raum. Es kann nicht einladender sein. 

der eingang hat einen baum
Der Baum auf dem Grundstück steht dem einfachen rechteckigen Gebäude im Weg. Oder vielleicht. Steht er nicht im Weg. Sondern auf dem Weg zum Eingang. Um dem Baum Respekt zu erweisen, ist die einzig akzeptable Geste, der neuen klaren, rechteckigen Gestaltung des Museums gegenüber, ein Einschnitt. Ein Einschnitt, dreieckig, der sich teilweise nach der Orientierung der Sheds ausrichtet. Teilweise ist es nur die simple Spiegelung dieses Winkels. 

der eingang ist ein dreieck
Das rechteckige Museum und der dreieckige Eingang.

und das ende dieses gefälles
Das Gefälle begann bei Gemäldegalerie entlang Kunstgewerbemuseum und St.-Matthäus-Kirche und findet jetzt sein Ende. In diesem Museum. Nicht länger eine unidentifizierte städtische Landschaft. Sondern ein identifizierter städtischer Raum. Eine Landschaft durch ein Gebäude. Dieses Museum. Ein Gefälle, verdeckt von einem sich ausstreckenden Dach aus Sheds. Eine Auskragung, die den Baum positioniert. Die endgültige Einladung findet sich in einer dreieckigen Fortsetzung dieses urbanen Gefälles um die Gäste in der Mitte des Museums zu empfangen. 

die räume
Ein Museum ist eine Frage von Raum, von Räumen, von vielen verschiedenen Räumen. Dieses Museum ist eine Ordnung. Eine Ordnung von Räumen. Oder eine Ordnung von Wänden.Beides. Die Wände formen die Räume. Diese Ordnung hat einen Verlauf. Die Ordnung ist ein Verlauf. Folglich ist kein Raum der selbe. Da die Wände eine Ordnung formen, die ein Verlauf ist, ist kein Raum wie der vorherige, der nächste oder übernächste. Von einer Größe zur anderen. Von einer Seite zur anderen.

die promenade
Die Promenade ist nur Promenade. Kein Flur. Da die Räume eine Ordnung formen, die ein Verlauf ist, formen die Öffnungen selbst einen Verlauf, differieren verlaufend in der Größe. Von einer Größe zur anderen. Von einer Seite zur anderen.

das licht
Auf der Suche nach gutem Licht, ist das Nordlicht das einzige. Eine Shed-Typologie. Das Dach des Museums bedeutet nicht mehr und nicht weniger. Um also den perfekten nach Norden orientierten Winkel zu finden,
sind die Sheds leicht gedreht. Da die Räume den Sheds folgen, sind auch die Räume auf dem Grundstück gedreht. Und ebenso wie die Räume, variieren auch die Sheds. Von einer Größe zur anderen. Von einer Seite zur anderen. 

ein museum ist weiß
Ein Museum ist ein weißer Raum; für gewöhnlich. Ein Museum ist kein weißes Gebäude; nicht für gewöhnlich. Und wenn es weiß ist, ist es oft nicht weiß genug.

weiß ist das museum
Dieses Museum ist ein weißes Museum; und immer weiß genug. Ein Mann wird das Museum tagein tagaus streichen. Nach einer Weile wird er dort ankommen, wo er einst begann. Dann jedoch von neuem beginnen. Der Akt des Streichens bezieht sich auf den Akt des Malens. Der Akt des Malers bezieht sich auf den Akt des Künstlers. Der Akt des Künstlers bezieht sich auf die Unendlichkeit der Kunst. Außerdem bezieht es sich auf den Akt des Bauens und den Bedarf an Material. Dieses Museum vermeidet diesen Akt der Materialität. Es gibt kein Material. Es stellt sich nicht durch Materialität dar. Nur weiß. Ein weißes Museum. Aber wirklich weiß. 

die landschaft ist eine landschaft aber wenn es eine urbane landschaft ist dann ist es eher eine urbane szenographie.
Das Museum gibt Antwort auf alle landschaftlichen Fragen. Die Landschaft wird aus der urbanen Situation entstehen. Das Museum ist das Gebäude, das noch gefehlt hat. Gleichzeitig muss es nicht das letzte sein. Auf der anderen Seite der Potsdamer Straße befindet sich ein neues Volumen. Dieses Volumen ist nur ein Volumen. Über Landschaft zu sprechen bedeutet vielmehr über Stadtlandschaft zu sprechen. Daher ist die Frage eines städtebaulichen Entwurfes möglicherweise eher eine Frage der Szenographie als eine Frage des Designs.

dieses museum versteht und reflektiert die landschaft
Das Museum ist nicht nur der Schlüssel, der den Kontext hin zu einer Stadtlandschaft aufschließt. Zur gleichen Zeit geht es behutsam mit den alten Mitspielern um. Wenn die Sheds des Museums einen Verlauf haben, findet dieser sein Gegenstück/Fortführung in den Scharoun Dächern. Wenn die Auskragung sich nach der Stadt um das Museum herum ausstreckt, sind die Linien von Mies verlängert. Nicht nur die Linien, sondern auch die Idee der Verbindung. Das Dach. Wenn ein anderes - wenn auch nicht identifiziertes Volumen auf der anderen Seite der Straße zwischen dem Museum und Scharouns Nationalbibliothek vorgeschlagen wird, könnte dieses Volumen die alleinstehende Position der St.-Matthäus-Kirche neu inszenieren. Szenographie als erstes. Transkription als Spiegel. 

ali baba
Zu guter Letzt. Ali Baba. Bretterbude. Bar. Sollte bleiben. Sollte zurückkommen. Auf der anderen Seite der Straße. Neben der Bibliothek?

und das team
Das Team ist nicht nur der Architekt und der Landschaftsdesigner.
Die Idee einer Szenographie.
Der Austausch von Architektur und Landschaft mittels einer Idee von Szenographie. Szenographie der Architektur und der Landschaft. Des Museums und der Stadt.
Die Körnung der Elemente ein Verlauf. Gebäude. Pavillons. Eingriffe. Nutzer. Landschaft ist auch grün, Natur. Aber nicht nur.
Der Name unseres Teams ist Team.

aber das team ist so viel mehr
Der Name unseres Teams lädt mehr Spieler als den Architekten und den Landschaftsarchitekten ein.
D. D.; D. G; M. P.; R. V.; ... stehen auf der Liste.
Mehr Ali Babas. Mehr Details der Stadt. Mehr Leben der
Stadt.
Die Eingeladenen wissen, wie sie sich im urbanen Feld verhalten müssen. Die Eingeladenen verstehen, dass die urbane Landschaft etwas anderes ist als ein Baum. Mehr. Zur Stadtlandschaft werden.
Wenn ein Museum eine Stadt ausmacht. Dieses Museum sollte verstehen, dass es die Stadt zusammen mit Ali Baba ausmacht. Die Landschaft der Stadt. 

Dieses Museum 




© aB+dVVT