<< index
0132 Option Lots
Berlin, 2010-, Brandlhuber + Emde, Burlon; Elsa Beniada, Tobias Hönig, Cornelia Müller

In den 1980er Jahren wurden in der DDR – parallel zur Wiederentdeckung der Stadt als Wohnort in Westdeutschland (Stichwort „behutsame Stadterneuerung“) – innerstädtische Leerstellen mit Plattenbauten aufgefüllt. An den Systemgrenzen zum Altbaubestand blieben aufgrund der seriellen Konstruktion immer wieder Restflächen zwischen Platten- und Altbau übrig, die meist mit Fake-Fassaden verkleidet wurden. In der Auseinandersetzung mit der Zugänglichkeit begehrter Wohnlagen haben Brandlhuber+ in Berlin-Mitte 58 solcher Nischen kartiert. Als „Option Lots“ bezeichnet, spielen Brandlhuber+ auf das Aneignungspotenzial dieser „Orte urbaner Unbestimmtheit“ an, da sie keinerlei immobilien-wirtschaftliche Relevanz besitzen. Damit verweisen die Berliner Option Lots auf die New Yorker Fake Estates von Gordon Matta-Clark, der in den 1970er Jahren schmale Grundstücksstreifen ersteigerte, die durch Ungenauigkeiten in der Landvermessung und Stadtplanung entstanden waren.

(Text: Anh-Linh-Ngo & Achim Reese)